Die Taufe

Die Taufe - worum geht es dabei eigentlich?jordanquelle 300x400

Vielleicht haben Sie schon einmal einen Taufgottesdienst in einer Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde miterlebt. Die Täuflinge sind keine neugeborenen Kinder, sondern erwachsene Männer und Frauen, zum Teil auch ältere Kinder und Jugendliche. Sie haben aufgrund eigener Glaubensentscheidung die Taufe erbeten. Auf die Frage, ob sie bereit seien, Jesus nachzufolgen, bekräftigen sie auch im Gottesdienst diese Entscheidung durch ihr Jawort. Dann gehen sie einzeln in das mit Wasser gefüllte Taufbecken, wo der Pastor sie tauft, indem er sie ganz untertaucht. Nach der Taufe werden die Täuflinge als neue Gemeindeglieder in der Gemeinde willkommen geheißen und mit einem besonderen Gebet unter den Segen Gottes gestellt. Warum praktizieren mehr und mehr christliche Gemeinden in Deutschland und weltweit diese Form der ,,Glaubenstaufe" ? Worum geht es bei der Taufe eigentlich? Und vor allem: Was sagt das Neue Testament über die Taufe? Ich lade Sie ein, mit mir über diese Fragen nachzudenken. Dabei geht es mir nicht um die Einhaltung der Sonderlehre einer bestimmten Kirche, sondern um die Beschreibung grundlegender Wahrheiten für alle Christen und Kirchen aufgrund der Heiligen Schrift. Bitte, prüfen Sie deshalb alle Aussagen dieser Seite anhand Ihrer eigenen Bibel nach.

Jesu Vorbild und Befehl

Wenn wir in die Bibel hineinschauen, dann stellen wir als erstes und wichtigstes fest: Jesus selbst hat die Taufe gewollt, hat sie ausdrücklich seinen Jüngern befohlen. In Matthäus 3,13-17 wird berichtet, wie Jesus zu Johannes (dem Täufer) kommt, um sich von ihm im Jordan taufen zu lassen. Jesus begründet seine Taufe damit, dass auch er ,,alle Gerechtigkeit zu erfüllen habe", d.h. dass er dem Willen Gottes ganz gehorsam sein will. In Matthäus 28,18-20 befiehlt Jesus seinen Jüngern, Menschen aus allen Völkern in seine Nachfolge zu berufen und diese Nachfolger ,,zu taufen auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Jesu Vorbild und Befehl begründen die Taufe, nicht menschliche Überlegungen und Traditionen. Die Taufe ist deshalb nicht in unser Belieben gestellt, keine überflüssige religiöse Zeremonie, sondern das Zeichen des Glaubens, der Zugehörigkeit zu diesem Herrn Jesus Christus.

Glaube und Taufe gehören zusammen

Vor allem in der Apostelgeschichte des Lukas wird erzählt, wie die ersten Christen zusammenlebten, wie die Gemeinde Jesu entstand, verfolgt wurde, sich ausbreitete und wuchs. Und es wird von den ersten Taufen berichtet, bei denen immer Glaubensentscheidung und Taufe zusammengehörten. In Apg 2,37-41 ruft Petrus nach der Pfingstpredigt seine Zuhörer auf: ,,Tut Buße (d.h. kehrt um), und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden". In Apg 8,34-38 bittet der Kämmerer aus Äthiopien den Jünger Philippus, ihn zu taufen. Und dieser antwortet: ,,Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so kann es geschehen." Zuerst der Glaube, dann die Taufe!

Auch in den Berichten von der Missionstätigkeit des Paulus ist es immer diese Reihenfolge, erst Evangeliumsverkündigung und Annahme des Glaubens, dann die Taufe als Zeichen der im Glauben empfangenen Vergebung und Versöhnung mit Gott. Eine Taufe ohne Glaubenszeugnis kennt das Neue Testament nicht. Entsprechend haben die ersten christlichen Gemeinden fast drei Jahrhunderte lang nur in dieser Weise die Taufe als ,,Glaubenstaufe" praktiziert. Erst als im Römischen Reich das Christentum staatlich anerkannte und begünstigte Religion wurde, begann man in der sich nun entwickelnden ,,Staatskirche" Säuglinge zu ,,taufen", ohne natürlich nach deren Glaubensbekenntnis fragen zu können. Das Neue Testament aber sagt es anders: da gehören Glaube und Taufe unbedingt zusammen.

Der Sinn der biblischen Taufe

Was aber ist nun der Sinn dieser biblisch begründeten ,,Glaubenstaufe"? Wozu hat Gott der Gemeinde Jesu dieses besondere Zeichen gegeben? In Römer 6,3-4 hat Paulus so tiefschürfend wie sonst an keiner anderen Stelle im Neuen Testament die Bedeutung der Taufe beschrieben. Die Taufe ist demnach das sichtbare Zeichen für den in der Bekehrung eines Menschen unsichtbar geschehenen Herrschaftswechsel, der Übereignung des gläubig gewordenen Menschen an Jesus Christus, seinen neuen Herrn. Mit Jesus sind die Getauften jetzt so fest verbunden, dass Sie Anteil haben an Jesu Sterben und Auferstehen. Sie werden hineingetauft in Jesu Tod, d.h. sie werden mit seinem Sterben verbunden, alle ihre Sünden, ihr ganzes altes sündiges Menschsein, werden hineingegeben in Jesu Tod, sind gestorben, brauchen sie nicht mehr zu belasten. Sie sind davon jetzt ganz frei. Zum Zeichen dafür wird der Täufling ganz untergetaucht. Sein altes Leben wird gleichsam ,,begraben" in der Taufe in Jesu Tod. Dann aber gilt auch: Die Getauften werden hineingetauft in Jesu Auferstehung, d.h. sie werden verbunden mit seinem neuen Leben. Nun dürfen sie ein neues Leben beginnen, nach seinem Willen fragen, sich von ihm leiten lassen, seine Hilfe und Kraft erfahren - hier in diesem irdischen Leben und einmal bei Gott. Zum Zeichen dafür wird der Täufling wieder aus dem Wasser herausgehoben. So wird ihm zeichenhaft Anteil gegeben an Jesu Auferstehung. Die Taufe ist also beides zugleich: Gottes Geschenk, Angebot seiner Liebe, die er in Jesus allen Menschen zugewendet hat, und Antwort des Menschen, mein ganz persönliches Bekenntnis des Glaubens.

Taufe und Heiliger Geist

Im Bericht von der ersten Taufe nach der Pfingstpredigt des Petrus in Apg 2,38 wird etwas weiteres über die Taufe gesagt: Menschen, die sich bekehren und taufen lassen, verheißt Gottes Wort in besonderer Weise den Heiligen Geist. Diesen Heiligen Geist erfahren wir als Gottes unsichtbare Gegenwart, als Erfüllung mit neuem Leben von Gott, als Ausrüstung mit besonderen Gaben zum Dienst. Er gibt uns Zuversicht und Mut zur Verkündigung des Evangeliums. Damals vor 2000 Jahren ermöglichte er die Ausbreitung des Evangeliums in alle Welt. Heute ermutigt er Jünger Jesu zu einem erfüllten Leben in der Nachfolge ihres Herrn. Weil das Neue Testament den Heiligen Geist verheißen hat im Zusammenhang mit der Taufe, deshalb beten wir über dem Täufling, legen ihm die Hände auf, segnen ihn im Namen Gottes und erbitten für sein Leben Kraft und Gaben des Heiligen Geistes.

Taufe und Gemeinde

Und noch ein wichtiger Zusammenhang wird im Neuen Testament beschrieben: der Zusammenhang zwischen Taufe und Gemeinde. In 1.Korinther 12,12-13 schreibt Paulus, dass ,,alle in einem Geist zu einem Leib getauft" worden sind. Dieser Leib aber ist der Leib Christi, seine Gemeinde, in der er das Haupt ist und die Einzelnen seine Glieder.

Durch die Taufe wird der einzelne deshalb hineingestellt in die sichtbare Gemeinde Jesu Christi. Seine Jünger leben nun nicht mehr nur für sich selbst, sondern gemeinsam mit anderen in der Nachfolge Jesu. Zur Gemeinde gehören heißt:

- Gemeinsam in Gottes Familie leben.

- Gemeinsam den Menschen in der Welt dienen.

- Gemeinsam unseren Herrn und Gott loben.

Weil das Neue Testament die Taufe in Zusammenhang setzt mit der Gemeinde, deshalb wird jeder Täufling als neues Glied in die Gemeinde aufgenommen, wird ihm ein Bruder oder eine Schwester als ,,Taufpartner" zur Seite gegeben. Die Gemeinde erbittet und erwartet von ihm Mitleben und Mitarbeit.

Zum Schluss noch ein persönliches Wort

An dieser Stelle möchte ich nun noch einmal ein persönliches Wort an Sie richten. Ich habe versucht, anhand biblischer Texte einige Grundaussagen über die Taufe nach dem Neuen Testament zu formulieren. Sie haben in Ihrer Bibel die entsprechenden Texte nachgelesen und sich ein eigenes Urteil bilden können.

Nun möchte ich Sie bitten, sich selbst noch einmal zu prüfen, ob Sie diesen biblischen Aussagen über die Taufe folgen und sie bejahen können. Es geht mir aber nicht darum, Ihnen etwas aufzudrängen. Nur wenn das Wort Gottes selbst Sie innerlich überzeugt hat, dann bitte ich Sie, diesem Wort gemäß nun auch zu handeln.

Jesus lädt uns ein zum Glauben und zur Taufe. Nichts anders soll dazu leiten als der Gehorsam gegenüber seinem Wort und die Liebe zu ihm.


Für diesen Weg wünsche ich Ihnen von Herzen Gottes Segen.
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Empfohlene weiterführende Literatur

 

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